SPD Ortsverein Frankfurt Eschersheim

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18.09.2018 in Topartikel Landespolitik

Welche Partei hat in Eschersheim die Nase vorn?

 

Wenn man untersucht, welche Parteien und Kandidaten in der letzten Monaten in Eschersheim besonders gut ankamen, kommt man durchaus zu überraschenden Erkenntnissen. Seit längerem liegt mit ein paar Prozentanteilen die CDU vor der SPD, wenn man die OB-Wahl ausnimmt. Das Bild ist aber nicht einheitlich, beide Parteien sind größeren Schwankungen unterworfen. Für unsere Partei ist es ermutigend, dass die Verluste der SPD meistens geringer waren als die der CDU und Zuwächse bei der SPD oftmals deutlich höher lagen. Durch diese Tendenz verringert sich der Abstand der Stimmen zur CDU. Bei der Bundestagswahl 2017 waren es in Prozenten bei den Erststimmen im Wahlkreis 182 für die CDU 30,6% und für die SPD 27,6%. Ähnlich sah es schon bei der Kommunalwahl 2016 aus. Die Grünen sind mit etwa 15% in unserem Stadtteil verankert.

Doch entscheidend auch in unserem Stadtteil ist heute nicht mehr das Ergebnis der CDU, sondern die Rolle der AFD, die in Eschersheim zuletzt etwa  9% der Wähler für sich gewinnen konnte. Bei genauer Betrachtung der Stimmbezirke (Wahllokale) fällt auf, dass dort, wo die AFD stark ist, jeweils beide große Parteien schlecht abschneiden, dabei aber ganz besonders die SPD. Und leider ist die Wahlbeteiligung dort gering, wo der SPD-Anteil relativ hoch ist. Das Ergebnis der Grünen wirkt sich ähnlich sowohl auf die SPD als auch auf die CDU aus. Das Ergebnis der Grünen wirkt sich ähnlich sowohl auf die SPD als auch auf die CDU aus. Ein besonderer Hoffnungsschimmer für uns ist die Tatsache, dass seit einiger Zeit junge Wähler vorzugsweise die SPD wählen.

Was bedeutet das für die kommenden Landtagswahlen? Bei den Erststimmen lag die SPD bei der letzten Landtagswahl 2013 mit 32,2% in unserem Wahlkreis besser als im Land, bei den Zweitstimmen waren es 27,8%. Wenn man bedenkt, dass auch bei der Kommunalwahl 2016 die SPD in Eschersheim deutlich dazu gewonnen hatte, läßt dies uns optimistischer nach vorne schauen, als es die aktuellen Prognosen auf Landes- oder Bundesebene vermuten lassen. Entscheidend werden auch für Hessen wohl die AFD-Stimmen sein, bislang gibt es diese reaktionäre Partei mit 4,1% bei der Wahl 2013  noch nicht im Landesparlament.

Damit es uns gelingt eine Wende für die SPD einzuleiten, müssen wir uns mit aller Kraft gegen die Tendenz nach Rechts außen wehren und auf eine möglichst große Wahlbeteiligung hinwirken. Offenbar haben wir die junge Generation dabei auf unserer Seite.    

29.07.2018 in Bundespolitik

Offener Brief des Ortsvereins Eschersheim zur Asyl- und Migrationspolitik

 

Der Vorstand des Ortsvereins Eschersheim hat auf seiner Sitzung am 09.07.2018 diesen Brief verabschiedet:

Offener Brief des SPD OV Frankfurt Eschersheim zur Asyl- und Migrationspolitik

Der Vorstand des SPD-OV Eschersheim hat sich am 9.7.2018 mit der Asyl- und Migrationspolitik der Partei befasst und dazu den folgenden offenen Brief an die Parteigremien beschlossen:


Wir empfehlen der Partei eine Neuorientierung ihrer Asyl- und Migrationspolitik, die folgenden Aspekten Rechnung trägt:


1. Europa war und ist ein Kontinent, der von großen Wanderungsbewegungen der Bevölkerungen gekennzeichnet war und ist. Diese Wanderungsbewegungen haben zur Kultur und Blüte der Region geführt. Daher ist es eine Volksverdummung, wenn Politiker und Parteien, heute so tun, als gäbe es eine fest gefügte deutsche Nation und Kultur, die durch den Zuzug von Menschen gefährdet würde.
2. Die deutsche Gesellschaft steht in einem Alterungsprozess, bei dem die Zahl der Sterbenden in den kommenden Jahrzehnten nicht durch die Zahl der Neugeborenen ausgeglichen wird. Das heißt, unserer Gesellschaft kann nichts Besseres passieren, als dass junge Familien zuwandern – sie sind willkommen. Dies bezieht sich nicht nur auf den aktuellen und absehbaren Mangel an Arbeitskräften sondern auf das gesamte Sozialwesen.
3. Was Flüchtlinge betrifft, so ist die deutsche Wirtschaft in mehrfacher Hinsicht Gewinner der bisherigen Entwicklung: die Rüstungsindustrie verdient an Waffensystemen, die erst die Flüchtlingsbewegungen auslösen; und die vielfältigen Hilfen für die Flüchtlinge, die hier ankommen, kommen der deutschen Wirtschaft zugute, indem sie mit Nahrungen versorgt, Unterkünfte gebaut sowie Sprach- und andere Kurse durchgeführt werden. Das Geld für die Flüchtlinge in Deutschland wird weder ‚zum Fenster hinaus‘ noch ‚Nichtstuern in den Rachen geworfen‘; über Steuern und Sozialabgaben fließt ein Teil der Mittel auch dem Staat wieder zu.
4. Die Stimmungsmache gegen die Aufnahme von Flüchtlingen und Zuwanderern dient lediglich der Verunsicherung und Verängstigung der Bevölkerung und stellt das Grundrecht auf Asyl in Frage. Hier muss die SPD deutlich machen, dass sie dieses Grundrecht schützt und dass es mit unserer Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik Niemandem schlechter gehen wird als bisher, sondern Vielen sogar besser.
5. SPD-Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik kann sich nicht darauf beschränken, sich ‚hinter die Bundeskanzlerin zu stellen‘. Wer, wenn nicht die SPD soll eine Zukunftsorientierte Politik in diesem Bereich vertreten und den verunsicherten Wahlbürgerinnen und -bürgern verlässlich Orientierung bieten? Das angekündigte und seit Jahrzehnten überfällige Einwanderungsgesetz muss von uns entworfen und als eigener Entwurf vertreten werden – auch wenn die CSU aktuell den Bundesinnenminister stellt. Wenn dies nicht gelingt, wird die Partei bei den anstehenden Wahlen im Wähleranteil unter die AfD rücken.
6. Der sogenannte ‚Asylkompromiss‘ der großen Koalition von 1992/1993 verursachte eine Welle von Parteiaustritten aus der SPD. Damals verlor die Partei viele engagierte Mitglieder. Heute sind weder ein Mitglieder- noch ein weiterer Wählerschwund verkraftbar. – Die Neuorientierung der SPD-Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik kann nicht aufgeschoben werden. Sie muss zu den Landtagswahlen im Herbst 2018 im öffentlichen Bewusstsein angekommen sein. D.h. die hessische und die bayerische SPD müssen unverzüglich handeln und Farbe bekennen. Diese Politik muss – im Wissen, dass der Koalitionsvertrag das aktuell nicht hergibt – als weitergehendes Ziel auch gegenüber den Koalitionspartnern im Bund vertreten werden.


Jens Ochs, Leonie Kronschwitz, Bernd Kaßebaum

 

01.06.2018 in Allgemein

Wohin will die SPD - Veranstaltung zur Geschichte der Grundsatzprogramme

 

Die SPD hat sich entschieden, in eine neue Große Koalition zu gehen. Zugleich will sie sich erneuern und auch ein neues Grundsatzprogramm entwickeln. In der Geschichte der SPD haben Grundsatzprogramme durchaus Bedeutung, weil sie zu ihrer jeweiligen Zeit politische Grundsätze formulieren und die Richtung sozialdemokratischen Politik bestimmen wollten.

 

Auf Initiative von Bernd Kassebaum entstand daher die Idee, am Beispiel bisheriger Programme zu diskutieren, welche politischen Ziele jeweils mit welchem Ergebnis verfolgt wurden und ob sich daraus Schlussfolgerungen für die Zukunft ableiten lassen. Daraus entstand eine gemeinsame Veranstaltung der SPD Ortsvereine Eschersheim, Dornbusch, Ginnheim, der AG 60plus und der Jusos Frankfurt.

 

Sehr erfreut waren wir, als es gelang, Prof. Dr. Ralf Roth, u.a. Mitglied in der Historischen Kommission der Stadt Frankfurt und ausgewiesener Fachmann für die Geschichte der Arbeiterbewegung, als Referent für diese Veranstaltung zu gewinnen. Prof. Roth verglich in seinem spannenden Vortrag die sozialen und politischen Bedingungen des Erfurter Programms von 1891 und des Godesberger Programms von 1959.

 

Die zahlreichen Teilnehmer aus der gesamten Frankfurter SPD, welche zu dieser Veranstaltung ins Haus Dornbusch gekommen waren, zeigten in der nachfolgenden, intensiven Debatte, wie wichtig die aktuelle Diskussion für die Partei ist. Eine erste Erkenntnis bestand darin, dass ein Parteiprogramm die aktuelle soziale und politische Lage präzise und für die Menschen verständlich darstellen muss. Wenn es dann gelingt, überzeugende gesellschaftliche Zukunftsperspektiven für eine Mehrheit der Bevölkerung zu definieren, kann ein Parteiprogramm ein wichtiger Faktor für den Erfolg bei Parlamentswahlen sein.

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Turgut Yüksel

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